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Herz- Kreislauf Patienteninformationen |
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Herzkatheter-Untersuchung
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Die Untersuchung wird in speziellen Räumen
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Ursachen für die Beschwerden (z.B. Schmerzen in der Brust, Engegefühl in
der Herzgegend, Kurzatmigkeit, Wasseransammlung in den Beinen) auf einer
Erkrankung des Herzens beruhen, wie z.B. Erkrankung der Herzkranzgefäße,
der Herzklappen, angeborener Herzfehler. Erst wenn Art und Schweregrad der
Erkrankung bekannt sind, läßt sich entscheiden, welche Behandlung in
Ihrem Fall angezeigt ist (z.B. mit Medikamenten oder durch einen Eingriff)
oder für später geplant werden sollte. Es kann sich aber auch
herausstellen, daß die Beschwerden nicht auf einer Herzerkrankung
beruhen. Die Untersuchung wird auch zur Vorbereitung eines bereits
geplanten Eingriffs am Herzen (z.B. Bypass-Operation, Ballondilatation,
Klappenersatz) durchgeführt.
Lange herrschte die Meinung vor, daß diese Methode der "Goldstandard" ist. Leider ist aber erst bei zunehmender Arteriosklerose eine Größenzunahme der Gefäße erkennbar. Der Körper kompensiert die Ablagerung von Fett und Kalk mit einer Gefäßerweiterung und verhindert so im Frühstadium die drohende Einengung. Erst wenn mehr als 40 % der Gefäßquerschnittsfläche eingeengt sind, ist eine gewisse Unregelmäßigkeit im Koronarangiogramm erkennbar. Eine deutliche Einengung ist jedoch erst vorhanden, wenn 60-90 % des Gefäßes erkrankt sind. Bei der Herzkatheteruntersuchung kann der Druck in den Herzhöhlen und entlang der Herzklappen gemessen sowie die Funktion des Herzens dargestellt werden. Hierzu werden lange dünne Röhrchen (Katheter) in die jeweils zu untersuchenden Bereiche des Herzens vorgeschoben.
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Koronarangiographie In der Regel erfolgt zunächst die Untersuchung der linken Herzkranzarterie, danach die der rechten Herzkranzarterie. Nach Vorbereitung (Auflegen auf die Untersuchungsliege, Rasieren und Desinfektion der Leiste, Anlegen eines EKG zur ständigen Überwachung, Abdecken mit sterilen Tüchern) wird eine örtliche Betäubung mittels einer Injektion unter die Haut an der Leiste vorgenommen. Dann wird ein speziell geformter Katheter in die Schleuse eingeführt, der wiederum durch die Leistenarterie, die Bauch- und Brusthauptschlagader bis zum Herzen vorgeschoben. Hier steuert der Arzt die Katheterspitze durch leichtes Drehen, Schieben und Ziehen in den Abgang der linken Koronararterie, die kurz oberhalb der Eingangsklappe in die Herzkammer entspringt. Über den Katheter wird Kontrastmittel in die Koronararterie gespritzt und danach Röntgenaufnahmen durchgeführt. Mit Hilfe des Kontrastmittels können die Koronararterien sehr genau dargestellt werden. Auf dem Röntgenfilm ist genau sichtbar, ob und wie viele Gefäßverengungen vorliegen, wo sie sich befinden und wie schwerwiegend sie sind.
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Einführen des Katheters in die rechte Koronararterie |
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Einführung des Katheters in die linke Koronararterie |
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Normale linke Koronararterie
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Normale rechte Koronararterie
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Darstellung der linken Kranzarterie mit deutlicher Verengung des Gefäßes |
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Links-Herz-Katheter Der Katheter wird durch die Schleuse in die Leistenschlagader eingeführt. Der Katheter
wird dann durch die Leistenschlagader in die Bauchaorta und von dort aus in die
Brustaorta bis
zum Herzen hin vorgeschoben. Auf dem Weg von der Leiste zum Herzen hin
kann der Arzt den Katheter auf dem Röntgenbildschirm beobachten. Er
steuert den Katheter durch kleine Drehungen an allen aus der
Hauptschlagader abgehenden Nebengefäßen (z.B. den Nierenschlagadern)
vorbei, bis er die Eingangsklappe in die Herzkammer erreicht. Durch
Drehen, Schieben und Ziehen kann er die Spitze des Katheters dann durch
die Herzklappe, die sich für einen kurzen Moment öffnet, in die linke
Herzkammer bewegen. Die linke Herzkammer kann bei einer sog. Ventrikulographie auf dem Röntgenschirm sichtbar gemacht werden. Hierzu wird Kontrastmittel in die linke Herzkammer gespritzt. Im bewegten Bild kann der Arzt erkennen, ob der Pumpvorgang richtig abläuft und ob irgendwelche Abnormalitäten bei der Kontraktion des Herzens bestehen. Die Herzkatheteruntersuchung und die Koronarangiographie werden gewöhnlich zusammen durchgeführt, so daß beide Begriffe oft synonym verwendet werden. In der Herzkammer wird Kontrastmittel in die Herzkammer eingespritzt. Diese Kontrastmitteleinspritzung wird gefilmt, so daß der Arzt nicht nur die Größe der Herzkammer, sondern auch die Bewegungen der Vorder-, Hinter- und Seitenwand der Herzkammer beobachten kann. Nach dieser Untersuchung der Herzkammer wird der Katheter wieder aus der Herzkammer entfernt und aus der Schleuse herausgezogen.
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Rechts-Herz-Katheter Der Rechtsherzkatheter wird immer dann durchgeführt, wenn der Verdacht auf einen Herzklappenfehler, einen angeborenen Herzfehler, eine Funktionsstörung der linken Herzkammer (z.B. bei Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit, Herzmuskelerkrankung oder nach einem erlittenen Herzinfarkt) oder wenn eine Erkrankung des Lungenkreislaufes vorliegt. Dabei werden der rechte Teil des Herzens und der Lungenkreislauf (= ,,kleiner Kreislauf“) untersucht. Über eine Vene in der Leiste wird ein dünner Katheter in die untere Hohlvene eingeführt. Man schiebt den Katheter immer weiter in die Richtung des Herzens und gelangt dann in die rechte Vorkammer. Durch einige geschickte Bewegungen kann der Arzt den Katheter von hier aus in die rechte Hauptkammer und von hier aus in die Lungenschlagader vorführen. Mit der Spitze des Katheters werden alle Gefäße und Herzwände darauf untersucht. In allen Teilen des Herzens und in der Lungenschlagader wird der Blutdruck gemessen und aufgezeichnet. Aus der Form der Blutdruckkurven kann der Arzt bestimmte Herzklappenfehler erkennen und untersuchen, wie schwerwiegend diese Klappenfehler sind. Es weren durch den Katheter kleine Blutmengen aus den verschiedenen Teilen des Herzens abgenommen. Diese Blutproben werden darauf untersucht, wieviel Sauerstoff sie enthalten. Aus dem Sauerstoffgehalt des Blutes kann man erkennen, ob Löcher in den inneren Trennwänden des Herzens vorliegen, wie groß diese Löcher sind und wieviel Blut durch den Kreislauf gepumpt wird. Das Prinzip dieser Sauerstoff-Bestimmungen beruht darauf, daß sich im ,,großen“ Kreislauf das sauerstoffreiche und im ,,kleinen“ Kreislauf das sauerstoffarme Blut befindet. Normaler sind beide Kreisläufe streng voneinander getrennt. Bei Löchern in den inneren Trennwänden des Herzens kommt es zu einer Vermischung des sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Blutes. Wenn er sauerstoffreiches Blut auf der ,,falschen Seite“ einer Trennwand entdeckt wird der Arzt wissen, daß ein solches Loch vorliegt; aus dem Ausmaß der Vermischung des Blutes kann er die Größe des Loches berechnen. Neben der Messung des Blutdruckes und des Sauerstoffgehaltes des Blutes kann man über den Katheter auch Kontrastmittel einspritzen und hierdurch Blutgefäße und Herzhöhlen sichtbar machen. Prinzipiell entspricht die Rechtsherzkatheter einer ,,Einschwemmkatheter-Untersuchung“. Man benutzt jedoch zur Rechtsherzkatheter-Untersuchung speziell geformte Katheter, die man zur Suche nach Löchern in den inneren Herzwänden besser steuern kann als den zur Einschwemmkatheter-Untersuchung benutzten Ballonkatheter.
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| Komplikationen sind sehr selten, aber möglich:
Vor einer Herzkatheteruntersuchung werden Sie durch den untersuchenden Arzt umfassend über das Vorgehen und mögliche Komplikationen aufgeklärt. - Es gibt verschiedenen Verfahren, die Punktionsstellen nach der Herzkatheteruntersuchung zu verschließen, den Druckverband und die Verschließung der Punktionsstelle mit einem Naht- oder Anker- und/oder Kollagensystem. Verschlossen wird die Punktionsstelle der Arterie. Die Einstichstelle in der Haut und des darunter liegenden Gewebes können durch Verletzung kleinster Gefäße dazu führen, dass es aus der Punktionsstelle nach außen blutet, und der Verband sich mit Blut vollsaugt. Dies sollte Sie nicht beunruhigen, da es sich meist nur um kleine Blutungen handelt und die Blutung nach außen geht. Wenn notwendig werden die Kompressen, die sich voll Blut gesaugt haben, gewechselt. Selten braucht man später doch einen Druckverband. Unter der Hautoberfläche kann sich, besonders bei Frauen mit lockerem Unterhautfettgewebe, eine geringe eineuro- bis handtellergroße Blauverfärbung bilden. Dies bildet sich in wenigen Tagen zurück. - Blutungen ins Bein mit Ausbildung großer Blutergüsse sind eine Seltenheit geworden. Sehr selten kann es aber zu einer Stenose (Einengung) der Beinarterie kommen. Dies wird zunächst nicht bemerkt. Sie können aber bei längerer Laufstrecke ein Ziehen im Unterschenkel oder Oberschenkel verspüren. Dann müßten die weitere Behandlung besprochen werden. - Leichtes Wärmegefühl bei der Gabe des Kontrastmittels: ist normal und stellt keine Überempfindlichkeit auf das Kontrastmittel dar. Echte Überempfindlichkeiten (“Kontrastmittel-Allergie”) sind selten und bedürfen ebenfalls der sofortigen medikamentösen Behandlung. Es ist daher wichtig, daß man dem Arzt, der die Herzkatheteruntersuchung durchführt, vor der Untersuchung sagt, ob eine solche Überempfindlichkeit auf Kontrastmittel schon einmal aufgetreten ist. - Bei der Naht der Schlagader in der Ellenbeuge kann es äußerst selten zu einem Verschluß des Gefäßes oder einer bedeutsamen Einengung des Gefäßes kommen. Dies hat eine Unterversorgung der Hand mit Blut zur Folge und muß dann durch einen Gefäßchirurgen weiter behandelt werden. Eine Beeinträchtigung der Feinbewegungen der Hand oder der Kraft der Hand ist äußerst selten. - Sehr selten gibt es auch einmal eine Entzündung an der Punktionsstelle, die entsprechend behandelt werden muss. Äußerst selten sind Verletzungen eines Nerven, der an der Ellenbeuge manchmal in der Nähe der Schlagader verläuft. Nach einer solchen Verletzung des Nerven können Gefühls- und Bewegungsstörungen der Hand entstehen. - Schwerwiegende, lebensbedrohliche Komplikationen, wie die Bildung von Blutgerinnseln, Gefäßverschlüsse oder Gefäßverletzungen sind sehr selten. Durch die Katheteruntersuchung kann es zum Auftreten eines Schlaganfalles oder eines Herzinfarktes, sowie zu Embolien kommen, die zu bleibenden Schäden führen können. Solche schweren Komplikationen sind ebenfalls sehr selten und treten etwa einmal bei 1.000 Untersuchungen auf.
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