Klinische Anwendungen und Grundlagen
Ergometrische- und Dobutamin-Stressechokardiographie Die
Stressechokardiographie ist eine klinisch wichtige bildgebende Methode in
der Ischämiediagnostik. Sie ist seit Mitte der 90er Jahre etabliert,
nachdem in zahlreichen prospektiven Studien eine Validierung anhand der
Koronarangiographie erfolgte.
Myokardischämie: Echokardiographische Detektion von
Ischämie-bedingten Kinetikstörungen bei Patienten in Ruhe Durchblutungsstörungen
des Herzmuskels führen sehr frühzeitig zu diastolischen
Relaxationsstörungen, dann zu systolischen Kontraktionsstörungen, die
als regionale Wandbewegungen echokardiographisch erfaßt werden können.
Erst im weiteren Verlauf der Durchblutungseinschränkung werden
entsprechend der sogenannten Ischämiekaskade EKG-Veränderungen und
Angina pectoris-Symptomatik beobachtet. Die regionalen
Wandbewegungsstörungen sind das Untersuchungsobjekt der konventionellen
Echokardiographie in der Ischämie- und auch in der Vitalitätsdiagnostik.
Eine regionale Kinetikstörung in Ruhe kann zum einen die direkte Folge
einer regionalen Hypoperfusion sein. Falls also eine signifikante,
Fluß-limitierende Koronarstenose vorliegt, ist distal der Stenose
hibernierendes Myokard, d.h. minderdurchblutete Myokardareale mit
eingeschränkter regionaler Funktion. Falls in Ruhe eine Koronarstenose
keine Flußlimitation verursacht, kann trotzdem unter
Belastungssituationen eine eingeschränkte Flußreserve vorliegen. Damit
kommt es unter Stress zu einer inadäquaten Perfusion.
Der Gewebe-Doppler zur Analyse der globalen und regionalen
linksventrikulären Funktion; TVI-Tracking-Strain-Strain Rate
Während die linksventrikuläre Globalfunktion über die
linksventikulären Volumina und die Ejektionsfraktion gut zu
quantifizieren sind, basiert die echokardiographische Beschreibung
regionaler Funktion in der Regel auf einer subjektiven Graduierung
regionaler Endokardeinwärtsbewegung und Wandverdickung. Der subjektive
Charakter regionaler Funktionsanalyse hat eine erhebliche Variabilität
in der Befundinterpretation zwischen verschiedenen Befundern zur Folge.
Die Gewebedopplerechokardiographie, die erstmals vor fast 10 Jahren
beschrieben wurde, hat sich inzwischen zu einer sehr differenzierten
Echomodalität entwickelt. Sie bietet die Möglichkeit anderweitig nicht
zugängliche Informationen über den globalen wie auch regionalen
myokardialen Funktionszustand zu erhalten. Alle auf der
Gewebedopplerechokardiographie basierenden Verfahren analysieren
systolische wie auch diastolische Gewebegeschwindigkeiten.

Mitralinsuffizienz
Bei der Mitralinsuffizienz sind die Verhältnisse bzgl. der Wertigkeit
der Doppler-Modalitäten gerade umgekehrt wie bei der Mitralstenose:
Einerseits nimmt die Farbdopplerechokardiographie eine herausragende
Rolle in der Detektion und Schweregradbestimmung der
Klappeninsuffizienzen ein; andererseits kann die Transösophageale
Echokardiographie in vielen Fällen wesentliche zusätzliche
Informationen liefern und die diagnostische Sicherheit erhöhen.

3D-Matrix Echokardiographie
Neuere Echzeit-3D-Echogeräte der zweiten Generation erlauben die "online"
Aufnahme von 3D Daten und die unmittelbare Betrachtung plastisch-räumlicher Oberflächen kardialer Strukturen.

Angeborene Vitien im Kindesalter
Die sonographische Untersuchung des kindlichen Herzens stützt sich auf
die zweidimensionale Schnittbildtechnik, das Time-motion-Verfahren
(M-Mode), sowie das gepulste (PW), das continuous wave (CW) und das
farbkodierte Dopplerverfahren (FDE). Die Diagnostik erfolgt in
standardisierten Schnittebenen in der anatomischen Längs- und Querachse
des Herzens. Ziele der Echokardiographie sind: 1. Darstellung
anatomischer Verhältnisse mit dem Nachweis möglicher Abweichungen vom
Normalbefund 2. Funktionsanalysen anhand morphologischer Daten 3.
Erfassung funktioneller und hämodynamischer Daten mit Hilfe der
verschiedenen Dopplertechniken.

Klinische Anwendung intrakardialen Echokardiographie
Seit kurzem wird die intrakardiale Echokardiographie eingesetzt, um
Device-Verschlüsse intraatrialer Kommunikation wie ASD oder PFO exakt zu
steuern. Eine ganz neue Anwendung stellt das Monitoring
interventioneller Eingriffe im Bereich der abdominellen Aorta dar. Hier
können alle Schritte einer Stentimplantation oder Membranfensterung bei
Aortendissektion von der V. cava inferior aus verfolgt und funktionelle
Veränderungen Farb-Dopplerechokardiographisch nachgewiesen werden.

Klappen-Prothesen
Seit Implantation der ersten Aortenklappen-Prothese durch Dwight Harken
1960 und einer Mitralklappen-Prothese durch Albert Starr wird der
Herzklappen-Ersatz weltweit routinemäßig durchgeführt. Seitdem wurden
über 80 Klappen-Prothesen-Modelle, die in zwei große Gruppen (die
mechanischen und die biologischen) unterteilt werden, entwickelt. Da es
jedoch bisher die "perfekte" Prothese nicht gibt sowie aufgrund
der Vorschädigungen des Herzens durch meist jahrelang bestehende
Klappenvitien und Begleiterkrankungen, sollten Patienten mit
Herzklappen-Prothesen als Risiko-Patienten eingestuft und lebenslang
regelmäßig im Verlauf nachuntersucht werden. Langzeit-Studien zeigen,
daß Patienten nach einem prothetischen Herzklappen-Ersatz eine 10-Jahres-Langzeitüberlebensrate von < 60% haben und daß nur ca. 20%
der Patienten an einer Prothesen-Dysfunktion versterben, hingegen über
50% an den Folgen einer Herzinsuffizienz. Die echokardlographischen- und
Dopplerverfahren sind neben der klinischen Untersuchung die
nicht-invasiven diagnostischen Methoden der Wahl.....

Kardiale Emboliequellen
Bei 20-30% aller Patienten mit einem ischämischen Hirninfarkt wird eine kardiale Emboliequelle diagnostiziert.
Im Gegensatz dazu sind bei den wesentlich seltener auftretenden peripheren arteriellen Embolien kardiale Ursachen
in ca. 90% beim Befall der oberen Extremität, in etwa 50%, wenn die untere Extremität
befallen ist, und in ca. 70%,
wenn die abdominellen Gefäße betroffen sind, nachweisbar. Die transthorakale und vor
allen Dingen die transösophageale
Echokardiographie besitzen in der Diagnostik kardialer Emboliequellen einen hohen diagnostischen Stellenwert....

Grundlagen
Der Ultraschallstrahl erschließt wichtige Informationen über das B-Bild und damit die Morphologie und Funktion des
Herzens und des Gefäßsystems, das Doppler-Spektrum sowie den Farbdoppler und damit die
Hämodynamik. Möglichkeiten und...

2D-Echo
Das zweidimensionale Echokardiogramm erfordert im Vergleich zum M-Mode weniger Abstraktionsvermögen und liefert
eine rasche und offensichtliche räumliche Orientierung der kardialen
Strukturen...

Doppler/Farbdoppler
Mittels der Doppler-Echokardiographie werden intrakardiale Blutflußgeschwindigkeiten und -richtungen akustisch und
optisch dargestellt. Es gibt drei Systeme der Doppler-Echokardiographie:
PW-Doppler, CW-Doppler und Farbdoppler...

Transösophageale Echokardiographie
Die transösophageale Echokardiographie (TEE) benutzt den mittleren und unteren Ösophagus und den Magenfundus als
Schallfenster. Durch den Wegfall störender Lungen- und Brustwandinterposition zwischen Herz und Schallkopf sowie durch die geringere Entfernung
zu den kardialen Strukturen wird die Bildqualität erheblich
verbessert...

Intravaskuläre Ultraschall
Die intravaskuläre Ultraschalluntersuchung (IVUS) versucht, Ultraschallkristalle auf Sonden zu
plazieren, um Bilder
oder Doppler-Signale vom Inneren des Körpers zu gewinnen...

Gewebedoppler TDE
Die Gewebe-Doppler-Echokardiographie gestattet durch technische Modifikationen des konventionellen Dopplers
die Darstellung (Farb- oder PW) der langsameren Myokardgeschwindigkeiten (<10 cm/s) anstatt der
Blutflußgeschwindigkeiten...

Kontrast-Echokardiographie
Bereits seit geraumer Zeit sind Echokontrastmittel in der Diagnostik angeborener Vitien etabliert. Auch die
Verstärkung des Doppler-Signals durch Kontrastmittel wird häufig angewandt, um Flüsse mit niedrigen Geschwindigkeiten darzustellen,
Flußgeschwindigkeiten zu messen und somit hämodynamische Informationen zu
gewinnen...

Drei-Dimensionale Echokardiographie
Die dreidimensionale (3D-) Echokardiografie berücksichtigt mit Höhe, Breite und Tiefe alle drei physikalischen
Dimensionen und vermeidet theoretische geometrische Vorgaben. Der Untersucher ist bei dieser Methode nicht mehr auf sein räumliches
Vorstellungsvermögen angewiesen, sondern kann das Herz mit seiner komplexen Anatomie wirklich dreidimensional
betrachten...

Kasuistiken
Amyloidose, Aortendissektion Typ I, Aortendissektion Aneurysma, Aortendissektion Marfan Syndrom, Aortendissektion Typ
III...

Koronardiagnostik
Die Visualisierung der Koronarmorphologie und die Bestimmung der koronaren Flussreserve (CFR) durch quantitative Flussmessungen in epikardialen Koronararterien waren bis vor einigen Jahren überwiegend der invasiven Diagnostik vorbehalten. Nichtinvasive bzw. semiinvasive Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT), die Positronemissionstomographie (PET) oder die transösophageale Echokardiographie (TEE) fanden bei dieser Fragestellung aufgrund ihres hohen Zeit- bzw. Kostenaufwandes bislang keine breitere klinische Anwendung.
Analog zu dem Goldstandardverfahren der invasiven Dopplerdrahtmessung wird dabei unter Verwendung des gepulsten Dopplerverfahrens der Koronarfluss in Ruhe und nach Vasodilatation (z.B. nach intravenöser Gabe von
Adenosin) gemessen....

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